Was schenke ich (m)einem entwicklungsverzögerten Kind?

Was schenke ich (m)einem entwicklungsverzögerten Kind?

Irgendwann hat man alles …. Schon Eltern von Kindern ohne Entwicklungsverzögerung geht es so. Aber spätestens, wenn wir uns zum dritten, fünften oder zehnten Mal in der Babyabteilung des Spielwarenladens wiederfinden fragen wir uns: Was schenken wir dieses Jahr …?

Hier ein paar Ideen für Eltern, Großeltern und andere die einem Kind mit Beeinträchtigung Freude und Spaß schenken wollen:

Bewährte Spiel-Sachen

  • Tonies für die Tonie-Box
  • Tip-Toi-Stift und Tip-Toi-Bücher
  • Musik aller Art
  • Badewannen-Zubehör (Farbe, Glibbi, Schaum-aus-der-Dose…)
  • Leuchtkäfer
  • Badewannen-Spielzeug
  • Hüpfmatte / Trampolin
  • Einfache Puzzle
  • Bücher
  • Seifenblasen-Zubehör
  • Oball-Produkte (Greif-Bälle, Greif-Spielzeug)

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Besondere Bücher: Fühlen, Hören, Pusten …

Fühlbücher aller Art sind ja seit langem bekannt. Auch Bücher mit Knöpfen oder Sensoren durch die Geräusche oder Lieder abgespielt werden, finden sich in vielen Kinderzimmern.

Neu auf dem Markt aber ist „Mein-Puste-Licht-Buch“: In 3 Varianten (Tröste-Fee, Weihnachten und Sterne-Funkeln) präsentiert sich eine neue Idee: Pustet das Kind auf einen Sensor, gehen kleine LED-Lichter an. Je nach Ausgabe z.B. in Form von Sternen oder Weihnachtsbaum-Kerzen. Diese Bücher fördern das Pusten und damit die Mundmotorik und das Sprechenlernen der Kinder wunderbar.

Wie wäre es aber mal mit einem individuellen Foto-Buch? Die klassischen Foto-Bücher sind natürlich „Reiß- und Sabber-Anfällig“ – aber das gemeinsame Betrachten eigener Erlebnisse macht den Kindern oft große Freude. Von „Mini-Steps“ gibt es aber auch ein Stoffbuch in das klassische Fotos der Familie eingesteckt und so selbst betrachtet werden können. Hinter einer Folie sind sie weitgehend sicher vor Verunreinigung und Kaputt zu kriegen ist so ein Buch auch nicht.

Für Selbermacher: Montessori-Tabletts und Ich-Bücher

Montessori-Tabletts sind gezielte Förderung und Beschäftigung für Kleinkinder unter Verwendung von Alltags- und Naturmaterialien. Sie eignen sich aber auch perfekt zur Beschäftigung behinderter Kinder im Kleinkindalter. Keine Sorge – man braucht kein besonderes künstlerisches Geschick, um diese Tabletts zusammen zu stellen und im Buchhandel gibt es jede Menge Bücher dazu, wie das geht.

Ein Ich-Buch ist nicht notwendigerweise ein Spiel-Gegenstand. Doch die Gestaltung eines solchen Buches ist auch ein Geschenk, denn es ermöglicht unseren Kindern von sich zu erzählen. Aber viele Mütter berichten, dass sie das ja schon längst mal vorhatten, aber einfach keine Zeit dafür finden!  Warum also nicht einfach statt viel Zeit auf der Suche nach Geschenken zu verbringen etwas Simples aus der Liste oben einpacken und die gewonnene Zeit für die Gestaltung eines Ich-Buchs verwenden? Im Internet gibt es vielfältige Vorlagen und Anregungen.

Freude fürs ganze Jahr: 10-er-Karte fürs Schwimmbad oder Reiten

Ja – unterm Weihnachtsbaum und am Geburtstagstisch macht so ein Gutschein nicht viel her. Vielleicht kann man ja eine Kleinigkeit zum Auspacken besorgen: Schicke Badebekleidung, eine Quietscheente oder andere Dinge, die den Schwimmbadbesuch symbolisieren. Auch ein laminiertes Foto vom örtlichen Schwimmbad ist ein schöner Gutschein – und kann nicht sprechenden Kindern auch gleich als Kommunikationsmittel dienen.

Letztlich geht es aber ja darum einem Kind Freude zu schenken. Und die meisten eingeschränkten Kinder sind von den vielfältigen Eindrücken an Fest- und Feiertagen eh so erschlagen, dass sie keinen Sinn für das Auspacken von Geschenken haben – und manchmal auch nicht das Verständnis dafür.

Deswegen ist der Schwimmbadbesuch Freude im Alltag, die wirklich ankommt. Und noch dazu sehr förderlich ist.

Auch ein paar Stunden therapeutisches Reiten – zum Ausprobieren, oder weil das Kind, das sowieso liebt – können ein tolles Geschenk sein. Hier kann man „zum Auspacken“ ein Schleich-Pferd oder einen Tip-Toi-Stift schenken.

Erlebnisse schenken: Ausflüge und Dauer-Karte

Auch von Ausflügen haben Kinder oft mehr als von Spielzeugen. Hier bieten sich an:

  • Zoo
  • Freizeitpark
  • Museeum
  • Wald- oder Abenteuerspielplatz
  • Waldspaziergang
  • Picknick im Park
  • Indoor-Spielplatz

Auch Dauer-Karten für Museen-, Freizeit-Parks und ähnliches kommen gut an.

Extra-Tipp: Auch Geschwisterkinder wissen Gutscheine für Ausflüge sehr zu schätzen. Mehr darüber in diesem Blogbeitrag in dem Erika über die Gutschein-Tradition in ihrer Familie berichtet.

Specials

Einige Kinder haben Favoriten und Spezial-Interessen. Ob Helene Fischer, Dinosaurier, Peppa Wutz oder Planeten: Wenn es Spezial-Interessen gibt, dann haltet Ausschau nach Tassen, T-Shirts, Bettwäsche mit diesen Themen oder Stars. Sowas kommt immer gut an!

Auch Konzert-Karten, Musical-Besuche oder der Besuch im Dinosaurier-Park kann der Renner sein.

Wer hier gut zuhört, hinschaut und kreativ wird kann ein Geschenk machen, das langjährig zum Lieblings-Gegenstand oder zu einer wertvollen Erinnerung wird.

Woran denken beim Schenken?

Hier ein paar Worte, an Großeltern, Freunde, Paten und andere, die einem beeinträchtigten Kind eine Freude machen wollen:

Kinder mit Beeinträchtigungen zu beschenken ist manchmal nicht leicht. Seid bitte nicht enttäuscht, wenn ein Kind durch die vielen veränderten Abläufe an einem Fest- oder Feiertag einfach überfordert ist. Oft haben Kinder am Heiligabend keinen Sinn mehr für das liebevoll ausgesuchte Geschenk. Vielleicht ist es besser zu verabreden, dass man es an einem anderen Tag überreicht? Oder vielleicht ist es auch okay, wenn es bis zum Morgen des Weihnachtstages unterm Baum liegen darf und dann in Ruhe ausgepackt wird?

Unsere Kinder mit Beeinträchtigungen können oft Freude nicht zeigen. Oder es braucht lange, bis sie verstehen, was mit dem Spielzeug anzufangen ist. Oder sie brauchen einen ruhigen Moment, um sich auf das Neue einzulassen. Dafür Verständnis zu zeigen ist für ein harmonisches Fest unglaublich wichtig.

Kinder mit geistigen Behinderungen und/oder autistischen Zügen sind nicht undankbar. Es ist auch nicht so, dass sie sich nicht freuen. Ihre Freude entsteht im Augenblick des Spiels – nicht beim Auspacken. Und sie drücken Freude anders aus als die meisten Menschen.

Das größte Geschenk ist für viele Kinder ohnehin die Aufmerksamkeit der Freunde und Angehörigen. Ein paar Seifenblasen sind toll! Aber was behinderte Kinder brauchen ist oft jemand, der sich die Zeit nimmt MIT ihnen zu spielen.

Sich mit dem Kind hinzusetzen und 30 Minuten Seifenblasen für 2,99 € zu pusten ist oft wertvoller als ein neues Tablet oder ein putziger Wackel-Hund.

Auf der anderen Seite gibt es Kinder, die eben nicht gemeinsam spielen wollen. Die das neue Spielzeug ganz für sich ausprobieren müssen, ehe sie sich darüber freuen können. Bitte respektiert die individuellen Wege von Kindern die Wahrnehmungen ganz anders verarbeiten.

Verständnis, Zuwendung und Aufmerksamkeit – das ist das, was Kinder mit Beeinträchtigungen am meisten brauchen und was Eltern sich am meisten für ihr Kind wünschen.

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