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Die Familie, Weihnachten & Ich

Die Weihnachtszeit genießen

01. Dezember. Ich nehme es mir wieder vor: Eine gemütliche Adventszeit. Tempo rausnehmen. Kakao trinken. Spaziergang im Schnee. Basteln, Backen und Friede unterm Tannenbaum.
26. Dezember: Kinder und Familie haben die liebevoll ausgesuchten und verpackten Geschenke ausgepackt, mehr oder
weniger zu schätzen gewusst. Ich selbst habe was bekommen, bin aber irgendwie nicht so richtig glücklich. Die  Adventszeit ist dahingerast. Und irgendwie frage ich mich: Wo bleibe ich? Hatte ich die Adventszeit die ich wollte? Kennst Du das auch? Dann ist dieser Artikel für Dich!

Tipp: Wenn Stressmanagement ein Dauerthema ist, dann schaue Dir den Kurs “Stress lass nach” im kommenden April.

Fröhliche Adventszeit!
Ich habe mich gekümmert:  Geschenke für Kinder, Mann, Hund, Katze, Schwiegermutter und die nette Babysitterin besorgt. Zu verschiedenen Kindergarten-Festen und Schul-Bazaren gehetzt. Mit einem überreizten Kind noch vor den Würstchen wieder geflüchtet. Ich hab mit einem Ohr zugehört, was der Kleine sich wünscht und dabei Kekse für die Klassen-Weihnachtsfeier der Großen gebacken.

Ich habe Adventskalender und Nikolausstiefel befüllt. War am Schlittenhügel um die 1,5 Tage zu nutzen an denen wirklich Schnee lag. Habe morgens ein „lustiges Ersatzprogramm“ gestartet weil Dank Schneeglätte die Schulen zu waren und nachts heimlich Geschenke verpackt – mit Wäschekorb vor der Tür, damit man es mitbekommt falls das schlafwandelnde Kind doch das Wohnzimmer entern will.

Ich habe am Weihnachtstag die Kinder ins Auto gesetzt und versucht ihre Bedürfnisse beim Feiertags-Familien-Essen im Blick zu behalten. Doofe Kommentare von entfernten Verwandten ignoriert. Mit meinem Mann diskutiert, wer einen Eierpunsch oder Glühwein darf und wer nach Hause fährt … 

Aber: Ich habe keinen Kakao getrunken. Das Backen mit den Kindern war mega-anstrengend und irgendwie liegen meine schönen Weihnachts-CDs immer noch im Schrank und zur Playlist für Weihnachten komme ich vermutlich erst nach den Ferien …

Ernüchterung?!

Kennst Du das auch? Mir ging das viele Jahre so und ich war oft ein bisschen gnatschig, weil ich mich so sehr um ein perfektes Weihnachten für alle gekümmert hatte, alle Wünsche berücksichtigen wollte, selbst aber irgendwie das Gefühl hatte zu kurz zu kommen. Völlig zu Unrecht, habe ich das an Unbeteiligten ausgelassen – oder auch an jenen, die zwar beteiligt waren, aber gar nicht wussten, dass ich unzufrieden war. Und schon gar nicht: Warum. Denn meine Erwartungen und Bedürfnisse hatte ich nie kommuniziert. Schließlich war ich doch dafür zuständig, dass es allen gut ging. Doof nur, dass sich niemand dafür zuständig fühlte, dass es auch mir gut ging. Das hat sich geändert!

Heute liebe -und genieße!- ich die Advents- und Feiertage

Was ist passiert? Letztlich geht es um zwei Dinge: Strategie und Mindset. Und weil ich mir wünschte, ich hätte all das, was ich jetzt für selbstverständlich halte, schon früher gewusst, möchte ich das an Dich weitergeben. Los geht’s: 

Bedürfnisse und Wünsche: Familien-Wunschzettel für die Weihnachtszeit

Damit die Weihnachtszeit so gestaltet wird, dass alle Familienmitglieder damit glücklich sind – auch der/die FamilienmanagerIn – machen wir Wunschzettel für die Weihnachtszeit.

Darin kann jedes Familienmitglied notieren, was ihm wichtig ist. Gemeinsam schauen wir dann nach Schnittmengen und setzen das Gewünschte um. Wichtig dabei: Nicht alle müssen alles mitmachen!

     

      • Die Kinder wollen backen, aber Du hasst das? Vielleicht mögen die Paten oder die Oma mit ihnen Backen? Und vielleicht hast Du Lust aufs Verzieren der fertigen Kekse am Tag danach?

      • Du willst einen kitschigen Weihnachtsfilm mit Kakao und Keksen, aber der Große findet das öde und dein Mann schläft dabei ein? Lade Dir Freundinnen ein!

      • Der Weihnachtsmarkt ist allen wichtig, außer Deinem Kind mit Sonder-Edition? Buche einen Babysitter, eine Assistenz oder organisiere eine Übernachtung bei Oma oder Freunden!

      • Inklusion in der Familie heißt nicht, dass alle an allem teilnehmen müssen – nur, dass wir es allen ermöglichen an den Dingen teilzunehmen, an denen sie teilnehmen wollen!

    Der „Wunschzettel für die Weihnachtszeit“ ermöglicht es DIR, mal den Blick von den Bedürfnissen der anderen zu nehmen und zuerst einmal in Blick nehmen, was DU DIR wünschst. Und er ermöglicht es den Kindern und Deinem/r PartnerIn zu sehen was DU brauchst. 

    Außerdem können sie ihre eigene Wünsche aufkleben, aufmalen, aufschreiben oder – für die Größeren –  in die Familien-Gruppe whatsappen. So könnt ihr genau schauen, was wer möchte und womit man den verschiedenen Familienmitgliedern eine schöne Adventszeit bereiten kann.

    Analysieren und Priorisieren
    Wichtig dabei: Sprecht darüber, was jeder von Euch für unverzichtbar hält und was einfach ein Nice-to-Have ist. Ihr könnt dafür Ausrufezeichen nutzen oder Sterne an Herzenswünsche kleben. Hängt dann Euren Familien-Weihnachts-Wunsch-Zettel gut sichtbar im Flur auf. Sorgt dafür, dass jedes Familienmitglied EINEN Wunsch für die Adventszeit erfüllt bekommt. Erinnere Deine Familie daran, dass ALLE eingeladen sind, dazu beizutragen, dass die Wünsche der Einzelnen erfüllt werden.

    Kinder haben eine riesige Freude daran, anderen etwas Gutes zu tun. Aber sie wissen oft nicht, wie sie den Großen eine Freude machen können. Ein Familien-Wunsch-Zettel kann hier helfen.

    Eines noch: Vergiss nicht, dass DEINE Wünsche unbedingt auch auf den Zettel gehören!

    Mach’s Dir leicht! Kreativ improvisieren
    Manche Wünsche sind nicht realisierbar. Schau dann, was für ein Bedürfnis hinter dem Wunsch liegt und versuche das Bedürfnis dahinter zu erfüllen.

       

        • Dein Kind möchte auf einen Weihnachtsmarkt, ist aber zu immunschwach, um das umzusetzen? Vielleicht geht es darum in der Kälte unterwegs zu sein und dann einen heißen Kakao zu trinken – das könnte man mit einem Waldspaziergang umsetzen. Geht es dagegen um Lichter und Musik könnte man eine Autofahrt mit Weihnachts-Playlist durch die erleuchteten Dörfer machen.

        • Du möchtest gern basteln und backen? Geht es Dir um das gemeinsame Tun? Oder mehr um das Ergebnis? Wenn es um das Ergebnis – also die Kekse und das Gebastelte geht, kannst Freunde um Selbstgebackenes bitten oder beim Bäcker Vanillekipferl kaufen. Du kannst Gebasteltes auf Bazaren erwerben – oder dich nach sehr einfach Bastel-Projekten umschauen. Geht es Dir mehr um das Gemeinsame Tun kannst du im Internet nach ganz einfachen Basteleien suchen und die Back-Aktion durch vorgefertigten Teig aus der Kühltheke auf einen minimalen Aufwand reduzieren oder Deine Schwiegermutter bitten den Teig mit ihrem Thermomix vorzubereiten, so dass Du mit den Kindern nur noch Ausstechen musst und so Vorbereitungs- und Aufräumstress reduzierst.

        • Du träumst davon einen Adventskranz zu basteln, aber der Aufwand ist zu hoch? Kauf einen vorgebundenen und dekoriere ihn mit der Familie.

         

          • Du wünschst Dir ein tolles Weihnachtsessen mit Gans und Braten? Essen gehen mit Deinem Kind ist zu aufwändig und selbst kochen sorgt eh nur dafür, dass Du zu gestresst bist, um es zu genießen? Viele Restaurants bieten vorgegarte Festtagsmenüs an, die Du nur noch nach Anleitung aufwärmen musst.

        Assistenz und Hilfe suchen und annehmen

        „Als Familie sollten wir das doch hinbekommen!“ „Man möchte ja keinen belästigen!“ „Sind ja immerhin unsere Kinder!“ „Alle anderen schaffen das doch auch!“

        Jain. Andere sind auch oft gestresst mit den vielen Wünschen und (unausgesprochenen!) Bedürfnissen rund um diese Zeit. Noch dazu die ganzen Termine.

        Und wir sind eben nicht wie „alle anderen“. Wir sind „special“. Und wir haben eben einen erhöhten Familien- und Pflegeaufwand. Wenn wir uns das eingestehen, wird es leicht(er) Hilfe zuzulassen.

           

            • Du möchtest endlich mal wieder ins Weihnachtskonzert oder ganz in Ruhe auf einen Weihnachtsmarkt? Mach das! Buch einen Babysitter oder eine Assistenzkraft und geh mit PartnerIn oder Freunden!

            • Du würdest gern auf die Kindergarten-Weihnachts-Feier, weißt aber jetzt schon, dass Du nix davon haben wirst, weil Du ständig Deinem mobilen aber kognitiv eingeschränkten Kind hinterher rennen wirst, das nur Blödsinn macht oder überreizt in einer ruhigen Ecke sitzen will? Geh nicht allein!
              Nimm eine Assistenzkraft mit, die an diesem Tag für die Bedürfnisse des Kindes zuständig ist und nutze die Zeit um mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen, mit dem Geschwisterkind Stockbrot zu backen oder einfach die Atmosphäre zu genießen.

            • Du möchtest mit den Kindern basteln, aber hast zu wenige Hände um allen zu helfen und gerecht zu werden? Wer sagt, dass ein Babysitter nur kommt, wenn Du weggehst? Buche eine Betreuungskraft für den Bastelnachmittag oder fürs Kekse-Backen!

          Ob ich das wirklich so umsetzen? Ja! Selbst zum Weihnachts-Treffen mit der Großfamilie oder zum Geburtstags-Frühstück von Opa oder zum Silvester-Buffett im Restaurant nehmen wir inzwischen Assistenzkräfte mit. Denn so kann ich wieder „einfach Mama“ sein.

          Mir ist bewusst geworden:
           Mein Kind BRAUCHT STÄNDIGE ASSISTENZ – aber es braucht nicht MICH ständig als Assistenz.

          Beschenke Dich selbst!

          Seit einigen Jahren beschenke ich mich selbst. Aber ist das nicht komisch? Es geht doch darum, dass diejenigen, die Dich lieben, sich Gedanken um Deine Wünsche und Bedürfnisse machen. Richtig. Und seit ich mich selber liebe, mache ich mir Gedanken um meine Wünsche und Bedürfnisse. Ich zeige mir Selbst-Wert-Schätzung indem ich zu Weihnachten nicht nur an andere denke, sondern auch an mich. Dabei hilft mein „Inneres Team“.

          Jede/r von uns hat unterschiedliche Persönlichkeits-Anteile. Das „Innere Kind“, der „Innere-Sport-Junkie“, die „Innere Chef-Assistentin“, der „Innere Hippie“. Indem ich sie identifiziere kann ich mich selbst beschenken und mich darüber freuen, als käme es von anderen. Meine „Innere Chefin“ schenkt der „Inneren Arbeitnehmerin“ dieses Jahr eine Tageslicht-Lampe. Die „Innere Mutti“ schenkt meinem „Inneren Hippie“ eine ganz besondere Yoga-Matte, die ich mir sonst nicht leisten würde. Und die „Innere Naschkatze“ kriegt vom „Inneren Gesundheits-Manager“ eine festliche Platte Trocken-Früchte.

          So bin ich zufrieden, lange ehe die Kinder mir ein Foto-Puzzle überreichen, das zugegebenermaßen verdammt süß ist und ein Bild aus dem letzten Urlaub zeigt, aber mich ratlos werden lässt, wann ich das je puzzlen soll.

          Ich kann lächelnd den guten Willen meines Mannes wertschätzen, der das einzige Buch auf meiner Amazon-Wunschliste ausgewählt hat, das ich eigentlich nur aus beruflichen Gründen haben wollte und versehentlich nicht in die Business-Merk-Liste geschoben habe

          Duftkerzen mit komischem Geruch, viel zu süße Pralinen, megahässliche Weihnachtssocken? Ich ärgere mich nicht mehr, dass es nicht genau das ist, was ich wirklich wollte – ich freue mich einfach, dass ich was zum Auspacken habe und man an mich gedacht hat – und dass das Buch, das ich wirklich ersehnt habe schon längst auf meinem Nachttisch liegt! Ein Geschenk an die „Innere Leseratte“, das irgendwer aus meinem „Inneren Team“ für unbedingt notwendig befunden hatte. So kehrt Friede ein in meine Seele – und Zufriedenheit unterm Tannenbaum.

          Aber noch weit VOR dem Weihnachtsabend, solltet Du Dir selbst eine Freude machen! Wie wäre es, mit einer „Weihnachts-Feen-Liste“? Die Feen-Liste [Link] kennen ja viele meiner LeserInnen. Bei der Weihnachts-Feen-Liste – die Du einmal erstellt jedes Jahr wiederverwenden kannst – notierst Du alle Dinge, die Dich persönlich in Weihnachts-Stimmung versetzen und die Du machen kannst, wenn eine Fee Dir eine Minute, 5 Minuten, 30 Minuten, 1 Stunde, einen halben Tag oder einen ganzen Tag schenkt.

          So kannst Du immer in Deine Liste schauen, wenn unvermutet freie Zeitfenster auftauchen und sofort sehen wie Du Dir mit diesen geschenkten Minuten ein bisschen Weihnachts-Stimmung gönnen kannst. Zeiten, die nur für DICH sind und in denen DU diese wunderbare, magische, oft viel zu trubelige und irgendwie dennoch wunderschöne Zeit im Jahr einfach nur für Dich genießen kannst.

          Ich wünsche Dir eine wunderbare Weihnachtszeit!
          Und nun bin ich neugierig: War ein neuer Gedanke oder eine neue Strategie für Dich dabei? Oder machst Du es eh schon genauso wie ich es seit einigen Jahren mache? Gibt es vielleicht ein Problem oder eine Herausforderung für die Du Dir einen Rat wünschst? Schreib es in die Kommentare!   

          Und nun wünsche ich Dir eine entspannte Advents-Zeit, Fröhliche Weihnachtstage und ein gutes, gesundes neues Jahr!

          Deine Marion Mahnke
          von
          www.aussergewoehnlich-gut-leben.de

          2 Gedanken zu „Die Familie, Weihnachten & Ich

          • Tina greno

            Ich habe mir den Stress lass nach Kurs geschenkt. Und freue mich schon sehr darauf😊
            Meine Strategie heißt reden. Wünsche laut äußern, auch meine eigenen.
            Klappt mal besser mal schlechter😉
            Ansonsten frohe Weihnachten 🎄

            Antwort
            • Marion Mahnke

              Ich freue mich, dass Du am Kurs teilgenommen hast!

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