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Das neue Jahr einladen

Weihnachten liegt hinter uns – das neue Jahr ist noch nicht da. 

Die Hektik des alten Jahres endet mit den Feiertagen – die Herausforderungen von Morgen sind noch fern. In dieser Zeit zwischen den Jahren können wir Innehalten. Durchatmen. Eine Idee vom Kommenden entwickeln. 

Das neue Jahr liegt vor uns, wie ein neues Notizbuch. Ein leeres Tage-Buch im wahrsten Sinne des Wortes. Womit wollen wir es füllen? Seit jeher gibt es verschiedene Techniken und Traditionen – aber auch moderne Methoden, um sich aufs neue Jahr vorzubereiten. 

Heute möchte ich Euch 4 meiner liebsten vorstellen:

🪔 Räuchern & Co

Wir können Räucherwerk verbrennen, Duftkerzen entzünden oder Öle im Diffusor vernebeln, um das Alte auszuräuchern – und die Düfte und Energien einzuladen, die wir künftig in unserem Leben haben wollen. Räuchern hat lange Tradition – gerade im Alpenraum- und spricht Sinne an, die wir im Alltag selten nutzen. Wenn wir uns vorstellen, einen Raum mit reinigen Kräutern von negativen Gefühlen zu befreien oder unseren Eingangsbereich mit einem fröhlichen oder würdevollen Duft zu segnen, dann werden diese Wünsche auch für unseren Körper unmittelbar spürbar.

 🌅 Der perfekte Tag

Wir können einen perfekten Tag im kommenden Jahr erträumen: Was tust Du an diesem Tag? Wie ist das Licht? Wonach riecht es? Welche Menschen begegnen Dir? 

Vielleicht möchtest Du auch eine ganze Woche erträumen? Was tust Du an Wochentagen – was am Wochenende? 

Begrenze Dich nicht durch Deine aktuelle Realität. Du hast einem Klavier noch nie eine Note entlockt, spielst aber in deinem perfekten Tag-Traum ein wundervolles Stück? Okay. Nicht irritieren lassen! Erstmal notieren, wie es dir in den Sinn kommt. 

Im Anschluss kannst du schauen, für welches Bedürfnis, für welchen Wert das Klavier steht.  Was willst Du die selbst damit sagen? Wovon willst Du mehr in Deinem Leben? 

Schreib es auf oder zeichne es, um Klarheit zu gewinnen, wo das neue Jahr dich hinführen soll.

🏖🏞🌉 Das Vision- Board

Ein Vision-Board zu gestalten kann große Freude machen. 

Dabei gibt es zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen:

1. Das Konstruierte Vision-Board

Hierbei überlegen wir uns, was wir in unser Leben holen möchten, und suchen Bilder, Texte, Wörter, die dazu passen. Diese Kleben wir auf ein Plakat, das uns im kommenden Jahr inspiriert und motiviert. 

2. Das Magische Vision-Board

Hierbei schalten wir beim Aussuchen der Bilder den Kopf aus. Erst Schneiden und Kleben – ohne Wertung, ohne Ziel, ohne Plan. Lasse Dich von Deiner Intuition führen. Im Laufe des Jahres wird sich zeigen, wie sich diese Wünsche manifestieren wollen. Der Kopf erkennt durch das Board, was Bauch, Herz und Seele wollen.  Mehr dazu im Blogartikel “Vision-Board”

  🏺  Die Spellbottle – Die Wunschzauber-Flasche

Die Wunschzauberflasche ist eine schöne Idee für die Menschen unter uns, die Dinge gern in die Hand nehmen – statt nur Bilder anzusehen. Auch hier überlegen wir, was im kommenden Jahr Teil unseres Lebens sein soll – und welche Symbole wir damit verbinden. 

  • Ein paar Tannennadeln für Natur
  • Ein Stück von einem Notenblatt für mehr Musik
  • Glitzer- für mehr Glamour
  • Pfefferkörner für mehr Würze 
  • Luftschlangen für Leichtigkeit und Spaß …

All diese Dinge kommen in eine saubere Flasche. Wenn Du magst, kannst Du gute Mächte bitten, Dir bei der Verwirklichung Deiner Anliegen zu helfen. Oder:  Du vertraust darauf, dass die Flasche Deinen Geist das Jahr über daran erinnert, worauf er seine Aufmerksamkeit richten darf. Ganz, wie Du magst. 

Wann kann ich diese Dinge tun?
Im Prinzip immer dann, wenn Du einen stressarmen Moment hast. Daher bietet sich für viele die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr an. Doch auch der Januar ist ein guter Monat um den Staub des alten Jahres abzuschütteln und sich fürs neue Jahr zu orientieren.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Zeit um Ostern herum zu nutzen, wenn wir in die Zeit der Tatkraft aufbrechen und die Natur uns neue Energie schenkt. Der Alltag von Menschen in der Familienphase wird auch sehr von Schuljahren geprägt. Die Unterbrechung des Alltags durch die Schulferien und der Start in die zweite Hälfte des Jahres, bieten sich hier ebenfalls an.

Spirituelle Menschen nutzen also die Yule-Nacht, die Rauhnächte, die Lichterfeste im Februar oder die Zeit um die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche. Aber letztlich ist es egal: Es geht darum einen Zeitpunkt zu finden, an dem Du eine Veränderung in Deinem Leben wünschst und etwas Zeit findest, ihr eine Gestalt zu geben.

Magische Zauberkraft oder Hokuspokus?
Können Rituale und „magische Handlungen“ uns wirklich helfen?

Es gibt noch unzählige andere Ansätze. Aber: Sind sie denn wirksam? Macht es überhaupt Sinn, Vorsätze und Träume und Visionen zu haben – wenn wir doch eh oft so fremdbestimmt sind? Haben wir überhaupt Gestaltungsmöglichkeiten in unseren oft so eng getakten Leben, die von so vielem begrenzt werden? 

Gerade in Lebenssituationen, die sehr fremdbestimmt sind, setzen uns Ziele und Vorsätze zusätzlich unter Druck. Es liegt nicht daran, dass wir nicht genug Kraft haben, nicht genug Willen, uns nicht genug Bemühen – es liegt daran, dass unsere Energie oft schon komplett von anderen Herausforderungen ausgesaugt wird. Dann noch etwas verändern zu wollen, SELBST strategisch, analytisch und tatkräftig aktiv werden zu müssen – das vermehrt den Stress.

Tatsächlich ist es nun aber so, dass Stress dafür sorgt, dass wir wieder in alte Gewohnheiten verfallen. 

Gerade der Wille etwas zu verändern kann uns unter Leistungsdruck setzen. Und unser Gehirn macht dann dicht. Es schließt einfach die Bereiche in denen Kreativität und Innovation zu Hause sind. Zu energieintensiv in schwierigen Situationen. 

Je mehr wir es wollen, desto mehr Druck. Je mehr Druck, desto mehr Stress.  Je mehr Stress, desto stärker der Drang zu Gewohntem zurückzukehren. 

Deswegen schlage ich die oben genannten intuitiven, spielerischen Möglichkeiten vor. Und dabei ist es völlig egal, ob Du an Magie, gute Mächte, das Göttliche glaubst.

Denn dieser Ansatz funktioniert auch für die rationalen und eher vernunftbetonten Menschen – wenn sie für das Spielerische offen sind. Bereit sind, zu Wünschen – und die Verantwortung für das Erfüllen dann abzugeben – an das Unbewusste, wo die spirituellen Menschen sie den guten Mächten anvertrauen.

Magisch-spirituelle Ansätze bedeuten, dass wir einen Kurs setzen – aber nicht selbst rudern. Dass wir das Ziel vorgeben – aber es dem Leben überlassen, die Segel zu setzen.

Wir erschaffen eine Vision. Malen uns ein Ziel aus. Entwickeln eine Idee. Und damit geben wir uns einen Kompass, eine Richtung – ohne uns Druck zu machen. 

Welche Methode Du auch immer wählst – sie soll Dir Lust machen. Sie soll Dich zu einem erstrebenswerten Ziel hinziehen. Sie soll Dich ermutigen und Dir Kraft und Energie schenken. 

Und damit unterscheiden sich diese Methoden von klassischen Vorsätzen. Sie bauen keinen Druck auf – weil es eben Wünsche sind. 

Wünsche, die wir dem Universum anvertrauen. Und die uns Ausrichtung und Orientierung geben – in Zeiten, die turbulent sind. Herausfordernd.

Wünsche und Visionen geben uns Halt, Rahmen und Orientierung.  Unser Unbewusstes wird dadurch ermutigt kleine Gestaltungs-Spielräume zu nutzen. Ausschau zu halten, nach Handlungs-Optionen – und die Zufälle des Alltags zu nutzen, die unseren Wünschen in die Hände spielen. „Pschyko-Magie“ würde Oma Wetterwachs sagen – für alle, die Terry Pratchett kennen.

Durch diese Rituale können wir nachspüren, was wir wirklich brauchen. Auf einer völlig anderen Ebene im Gehirn, als der analytischen. Wir bewegen uns beim Basteln, Gestalten, Vorbereiten. Wir beziehen unsere Sinne (Sehen beim Vision-Board, Tastsinn bei der Spellbottle, Geruch beim Räuchern) mit ein. Und aktivieren so das kreative, vernetzte Denken.

Die Beschäftigung mit unseren Wünschen bereitet also Nervenbahnen vor, an die im kommenden Jahr Eindrücke andocken können – so dass wir aufmerksamer für die Momente werden, in denen sich uns Chancen bieten. Dafür müssen wir aber eben unserem Gehirn deutlich machen, was wir wollen und brauchen. Und es regelmässig daran erinnern. Und genau das machen wir mit diesen Ritualen. Allein diese logische Erklärung wäre schon Grund genug, es mal damit zu versuchen.

Die etwas charmantere, magische Weltsicht erklärt das Ganze spannenderweise nach demselben Prinzip: Woher bitteschön sollen Feen, gute Mächte, das Göttliche wissen, was wir wirklich wollen? Und wie sollen sie in unser Leben wirken, wenn wir nicht offen dafür sind. Ebenso wie Rituale unserem Gehirn und unserer Ratio Ziel und Richtung geben – helfen sie jenen Kräften, die uns wohlgesonnen sind, zu verstehen, was wir denn nun eigentlich wollen. Die Kommunikation mit dieser anderen Welt funktioniert oft besser durch Bilder, Symbole oder Handlungen, als durch reine Sprache. Genauso wie die Kommunikation zwischen Kopf und Bauch, Gehirn und Seele.

Das Wesentliche aber ist die Leichtigkeit und das Spielerische an diesen Ritualen. Sie setzen uns nicht unter Handlungsdruck, machen keinen Stress, verlangen nicht unsere Tatkraft. Wir wünschen – und lassen los! Und vertrauen darauf, dass sich das, was sein soll, schon finden wird, wenn es an der Zeit ist. Dass wir die Momente erkennen werden, in denen wir etwas tun können. Und dass alles andere Zufall, Universum, das Leben oder gute Mächte beitragen werden.

Und so erlangen wir unsere Selbstwirksamkeit zurück – mit der Leichtigkeit des Wünschens. Wir können heute schon etwas tun, das uns ganz wenig Kraft, Zeit und Energie kostet: Kurs setzen auf die von uns herbeigewünschte Zukunft.

Und damit wünsche ich Euch ein gutes, erfülltes, gesegnetes neues Jahr. Ganz viel Freude, Spaß und Gesundheit für Euch und Eure Lieben! Und natürlich: Ein gutes Leben – so außergewöhnlich es auch sein mag. 

Eure Marion Mahnke
Religionswissenschaftlerin und -pädagogin
Beraterin für Stressmanagement

Du hast meine Vorschläge ausprobiert oder arbeitest längst mit diesen oder andern Ritualen? Schreib mir an feedback@nullmarion-mahnke.de oder lass uns in den Kommentaren an Deinen Erfahrungen teilhaben.

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